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Emszeitung 15.08.2002

 

Lathen (ma) Nach einer "langen Etappe mit mehreren schweren Bergwertungen" konnte jetzt das ehemalige Malerfachgeschäft Runde, in der Lathener Kirchstraße als neues "Haus der Begegnung" eingeweiht werden.

 

Im Rahmen des Festaktes betonte am Dienstagabend Landrat Hermann Bröring: "Das nun umgebaute und restaurierte Gebäude ist ein hervorragender Beweis dafür, was man im Emsland mit Ausdauer, Kreativität und einer gut funktionierenden Gemeinschaft alles auf den Weg bringen kann." Auch in seiner Funktion als Präsident des Emsländischen Heimatbundes freute er sich, dass hier ein Haus vom Heimatverein übernommen wurde, das als früheres Malergeschäft nun einmal besonders die Tradition des emländischen Handwerks herausstelle. Bislang seien im nördlichen Emsland fast ausschließlich historische landwirtschaftliche Gebäude zu Heimathäusern umgebaut worden. Mit dem Haus der Begegnung sei zudem im Ort auch für die Jugend ein "wichtiger Kristallisationspunkt" entstanden. Pastor Rainer Jenke verknüpfte mit dem kirchlichen Segen die Hoffnung, dass das Gebäude eine Brücke für Alt und Jung und besonders für "Neubürger" in Lathen werden möge. Bürgermeister Wolfgang Berger führte die vielen schwierigen Etappen an, die auf dem langen schweren Weg vom Ankauf (1992) bis zur Fertigstellung gemeistert werden mussten. So bemühte sich die Gemeinde seit 1993 immer wieder um eine Refinanzierung beim Landkreis, aber auch bei anderen Stellen, um als finanzschwache Kommune den Umbau des Hauses trotzdem ermöglichen zu können. Um den Leerstand zu vermeiden, zog 1994 trotz aller Widrigkeiten der Heimatverein in das 125 Jahre alte Gebäude an der Kirchstraße ein. Vor dem Malerfachgeschäft Runde waren hier das "Hotel Deutsches Haus" mit Gaststätte und davor eine Bäckerei und ein Kolonialwarenladen untergebracht gewesen. Das lange Warten der Gemeinde wurde schließlich im Sommer belohnt. Der Landkreis versprach eine 30-pro-zentige Kofinanzierung (Gesamtkosten: 165000 DM). Architekt Hans Kuper erläuterte bei der offiziellen Einweihungsfeier die Baumaßnahme. Im Sommer 2001 musste zuerst ein Gebäudeteil abgerissen werden. Zudem erfolgte die Entkernung der Räume, um größere Ausstellungsflächen zu schaffen. Ziel war es, die ursprüngliche Fassade aus dem Jahr 1877 wiederherzustellen. Jetzt zieren wieder Sandsteineinfassungen und Wiener Sprossen die Fenster. Insgesamt entstanden 245 Quadratmeter Ausstellungs- und Nutzflächen. Alle Redner wiesen auf die vielen fleißigen Helfer des Heimatvereins (1000 ehrenamtliche Stunden) hin. Diese Kräfte übernahmen weitgehend den Innenausbau. Als Vorsitzende des Heimatvereins bedankte sich Elisabeth Schlichter besonders bei Elisabeth und Karl-Heinz Uchtmann. Nicht nur Landrat Hermann Bröring zeigte sich beeindruckt von der ehrenamtlichen Hausaufgabenhilfe in dem "Haus der Begegnung" unter der Leitung von Resi Pinkernell. "Dieses Angebot in Lathen gehört auch zu den Einmaligkeiten im Emsland", so der Landrat. Im historischen Gebäude sollen Ausstellungen zukünftig das Wesen und den Flair des alten Lathen präsentieren. Eine Ausstellung historischer Bügeleisen der Familie Thien bildet den Anfang. Im Rahmen eines ?Tages der offenen Tür" am Sonntag (18. August) von 11 bis 18 Uhr wird rund um das restaurierte Heimathaus in Lathen gefeiert. Die Gäste können nicht nur die restaurierten Räume besichtigen, sondern sich auch ?an alten Spielen" erfreuen. Zudem werden das alte Bäcker-, Schuster- und Druckerhandwerk demonstriert.