Baumgruppe im Geburtenwald eröffnet

Seit einigen Jahren wird für jeden Geburtenjahrgang eine Gruppe von drei Bäumen gepflanzt. Zu jeder Gruppe gehört ein großer Stein, an dem eine Tafel mit den Namen der, in dem Jahrgang, Neugeborenen angebracht ist. Natürlich werden hier nur die Namen aufgeführt, die sich an dieser Aktion beteiligen möchten! In diesem Jahr wurden Namen in die Tafel graviert.

Schon eine Stunde vor Beginn dieser erfreulichen und beliebten Veranstaltung begannen die Vorbereitungen. Vom Bauhof wurden gekühlte Getränke, Stehtische und Bierzelt-Garnituren, die alle durch engagierte Mitarbeiterinnen des Rathauses eingedeckt wurden.

Pünktlich um 16.00 Uhr bat Bürgermeister Norbert Holtermann alle Anwesenden zur Eröffnung der neuen Baumgruppe und des Erinnerungssteins mit der Namensplatte. Er wies darauf hin, dass 2025 mit über 60 Geburten ein, zahlenmäßig, starker Jahrgang gewesen sei. Die Gemeinde hätte dies aber genau im Blick und für die kommenden Kindergärten in Lathen sei bereits gesorgt. Wie wichtig dieser Termin in der Gemeinde genommen wird, kann man auch daran erkennen, dass alle Orts-Bürgermeister der Gemeinde Lathen und auch der Samtgemeinde-Bürgermeister, Helmut Wilkens, sich an diesem Nachmittag die Zeit genommen hatten und an dieser Eröffnung teilnahmen.

Nach Eröffnung des Erinnerungssteins durch Karola und Katharina vom Heimatverein, die natürlich in regionaler Tracht erschienen waren, trafen sich alle Anwesenden (etwa 100 Personen waren gekommen) noch an der Schutzhütte zu einem kleinen Umtrunk, Gesprächen und zu einem Imbiss. Für den Imbiss hatte der Heimatverein Lathen wie immer gesorgt. Dieser bestand, wie es sich hier traditionell zu Geburten gehört, aus “frischem Kilberstuten”, der mit Butter bestrichen und mit Käse oder Schinken belegt worden war.
Unsere kleinen Gästen freuten sich über selbst gebackene Muffins.


Alles in Allem war es eine gelungene Veranstaltung, die natürlich in den kommenden Jahren ihre Fortsetzung finden wird, denn noch ist Platz in diesem kleinen Paradies mit der bereits fertiggestellten Renaturierung der Beeke. Ein schönes Ausflugsziel für Jeden, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, um sich mal in Ruhe die Tafeln mit den Namen anzusehen.
Der Heimatverein Lathen bedankt sich beim Bauhof, bei den Mitarbeiterinnen vom Rathaus, bei Karola und Katharina, bei den Helferinnen im Heimathaus und bei allen Gästen, für die positive Resonanz!
Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr!
kurze Erklärung: “Kilberstuten” oder “Kilmerstuten” im Emsland
Der Kilberstuten wird traditionell nur zu einem ganz bestimmten Grund gebacken und verzehrt! Diesen Stuten, nach traditioneller Art etwa 5 – 7 kg. schwer, bringen Vereine, Freunde oder Arbeitskollegen der Eltern zu Ehren des neugeborenen Kindes in das Elternhaus. Zum Brauchtum gehört es, dass der Name des Kindes in Marzipan-Buchstaben auf den Stuten geschrieben steht. Die Länge des Stutens richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder: beim ersten Kind ein Meter, beim zweiten Kind zwei Meter usw.. Der Kilberstuten wird dann auf eine Holzleiter abgelegt, die von vier Leuten getragen wird. Die Gruppe zieht dann durch die Nachbarschaft der Eltern des Kindes und klingelt an jeder Haustür, um ein Ständchen zu singen. Die Kilberstutenüberbringer unterliegen einer Kleiderordnung, bestehend aus einer schwarzen Hose, einem weißen Hemd und Zylinder oder Filzhut bei den Männern und einer weißen Bluse bei den Frauen. Damit alle Nachbarn hören, dass “gekilbert” wird, tragen die Überbringer, nach Möglichkeit, Holzschuhe und gehen im Gleichschritt. So ist das Geklapper schon weithin zu hören. Zur weiteren Grundausstattung gehört ein Schnapsglas, das am Band um den Hals getragen wird. An die Holzleiter werden weitere Zutaten für die Zubereitung des Kilberstutens gehängt, wie Butter, Käse, Wurst, Schinken, Kaffee und Tee!
